Caroline Lauenstein macht Männertracht – alltagstauglich, ehrlich und regional. Wie man als Nordlicht ein Faible für bayerische Tracht entwickelt und von der Rockmacherin zur Männermodedesignerin wird, erklärt sie uns im Interview.

Frau Lauenstein, Ihr Label heißt MANNSZEUG. Warum entwirft eine Frau Mode für Männer?

Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen: Ich stamme aus Hamburg und bin vor 20 Jahren nach Bayern gezogen. Hier entdeckte ich in der Tracht Kleidung, die genau meinen Anspruch an sinnvolle Mode erfüllt. Ich will Kleidung tragen, die nicht so schnell unmodern wird. Kleidung die sich schon über Jahrzehnte bewährt hat. Meinen ersten Rock, den ich sowohl an der Küste wie auch auf der Wiesn anziehen kann, habe ich für mich selbst genäht. Offensichtlich habe ich damit auch das Bedürfnis vieler anderer Frauen erfüllt. So entstand zunächst mein Label ROCKMACHERIN.

Der Ansatz für MANNSZEUG war sehr ähnlich. Mein Mann und mein Sohn haben lange nach einer robusten, hochwertigen Hose gesucht, die die Zweckmäßigkeit einer Arbeitshose mit einer klaren Ästhetik verbindet. So ist die erste MANNSZEUG-Hose entstanden. Auch sie ist von der Tracht inspiriert und kombiniert Funktionalität und Haltbarkeit mit einem Schuss Zeitgeist.

Produzieren Sie für Männer nur Hosen?
Neben der kurzen und der langen Hose, beide aus Deutschleder oder aus Cord, gibt es schlichte Hemden in Leinen oder Baumwolle und schöne, klar geschnittene Westen. Neu sind ab dieser Saison leichte Strickjacken aus Schurwolle. Deutschleder ist übrigens ein sehr robustes, und wie ich finde cooles Material, aus dem zum Beispiel die klassischen Zimmermannshosen gefertigt werden.

Oben links: Caroline Lauenstein.

Was meinen Sie, wie sich Mode entwickeln wird? Und wohin soll Ihre modische Reise gehen?
Ich spüre, dass immer mehr Menschen durch ihren bewussteren Umgang mit Konsum, Einfluss nehmen wollen, auf das was mit unserer Erde passiert. Und genau dieses Bewusstsein liegt auch mir am Herzen. Als die Frage nach einem geeigneten Produktionsstandort aufkam, stand für mich eigentlich nichts anderes zur Debatte, als sie regional zu beantworten. Trotz vieler Zweifel, ob das funktionieren könnte, weil daraus zwangsläufig ein teureres Produkt entstehen würde, bin ich sehr bewusst in Deutschland geblieben. Zum Glück scheinen Regionalität und Nachhaltigkeit inzwischen das zu sein, was sich viele Menschen für ihre Kleidung wünschen. Klar ist, dass man in unserer heutigen Konsumwelt andere Preise gewöhnt ist. Aber diese Preise sind nur auf Kosten anderer Menschen und unserer Umwelt möglich. So klar sehe ich das inzwischen.

Wenn ich Sie so reden höre, wirken Sie sehr engagiert…
Der Eindruck täuscht nicht. Ich freue mich sehr, dass meine Arbeit auf so gute Resonanz stößt. Für mich ist es die einzig sinnvolle Art und Weise, Kleidung zu produzieren.

Wie erkennen wir Verbraucher denn Qualitätsprodukte und den dahinter stehenden Nachhaltigkeitsgedanken? Was für Möglichkeiten haben wir?
Das ist nicht leicht. Bei vielen Firmen werden Marketingversprechen gemacht, die kaum einer Überprüfung standhalten. Die New Heritage ist doch schon mal ein toller Ort, um den Produzenten Fragen zu stellen und um sich ein Bild von der Authentizität eines Produktes zu machen.
Wer weniger kauft und dabei auf echte Qualität achtet, macht meines Erachtens schon viel richtig.

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