Was nachhaltige Mode braucht, um irgendwann das neue Normal zu werden? Sichtbarkeit! Und deshalb hat Mirjam Smend nach vielen Jahren Redakteurstätigkeit bei Frauenzeitschriften ihren Blog my-GREENstyle.com gegründet, um dort über die vielen tollen Fair-Fashion-Labels zu schreiben, die oft nicht den Weg zum interessierten Konsumenten finden. Mit ihrem neuesten Projekt ist sie noch einen Schritt weitergegangen: 35 Aussteller, ein anspruchsvolles Konferenzformat mit Themen wie nachhaltige Geschäftsmodelle, Mode und Ethik sowie die Zukunft der Mode, eine Fashionshow, der GMUC Fashion Award – München hat nicht nur ein neues Event-Highlight bekommen. GREENSTYLE | MUC setzt ein deutliches Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit. Und die kommt an, wie knapp 3.000 Besucher beweisen.

Du kommst aus der Modebranche. Gab es einen Wendepunkt, der dich in Richtung Sustainability getrieben hat?
Mir wurde irgendwann alles zu viel. Ständig wechselnde Trends: heute Parka, morgen Trench, übermorgen Jeansjacke. Wenn man sich vorstellt, irgendein Leser hätte all das gekauft, was wir Redakteure täglich anrufen… Bei einer Themenrecherche bin ich auf nachhaltige Modelabels gestoßen, die absolut auf ELLE-Niveau waren. Auf dem Greenshowroom in Berlin habe ich dann noch so viele mehr entdeckt und die fantastischen Macher der Brands kennengelernt. Dann gab's kein Zurück mehr.
Was bedeutet Qualität für dich?
Verarbeitung, Haltbarkeit, Zeitlosigkeit unter Berücksichtigung eco-fairer Kriterien. Klingt nicht sexy, ist es aber.
Du kennst die New Heritage bereits, was reizt dich daran am meisten?
Hier findet man immer wieder unglaublich tolle Labels abseits des Mainstream, die man sonst wahrscheinlich nicht entdecken würde.

​ Oben links, unten links: (c) Nicolas Priso

Fair fashion oder fair cosmetic, was hast du als erstes für dich entdeckt? Wo liegt dein Fokus mittlerweile?
Mein Fokus liegt – meiner Historie geschuldet – auf der Mode. Aber beides wird auf der Haut getragen und ergänzt sich deshalb fantastisch.
Es gibt unzählige faire, grüne, Eco- oder Recycling-Siege. Sind alle gleich oder muss man auf irgendetwas achten?
Hinter jedem Siegel verbirgt sich ein eigenes Thema – das macht es für den Konsumenten schwierig. Mein Tipp? Nachfragen. #whomademyclothes – der Claim von Fashion Revolution gibt Aufschluss über die Produktionsweise. Viele können die Frage nicht beantworten – aber keine Antwort ist eben auch eine Antwort.
Viele große Unternehmen versuchen, fair zu sein. Kannst du uns "Greenwashing" erklären?
Green kommt an und auf diesen Zug springt man gerne auf. Niemand ist von heute auf morgen ein Eco-Brand. Aber der Wille zählt. Wenn man sich auf diesem Gebiet weiterentwickelt, kann man von einer Nachhaltigkeitsstrategie sprechen. Eine nachhaltige Capsule Collection pro Jahr ist da zu wenig.
Vom Blog zur Veranstaltung in München – was hat dich dazu motiviert?
Ich liebe mein Thema und ich möchte so viele Menschen wie möglich mit meiner Begeisterung anstecken. Die 1st edition der GREENSTYLE | MUC hat auf jeden Fall schon einiges bewirkt. Und mit der 2nd edition vom 5. bis 7. April 2019 werden wir noch mehr Menschen erreichen.

​Danke für das Gespräch, liebe Mirjam!

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