HORNBRILLEN VON BACHOFF: EINGESTAUBT? DENKSTE!

Wie kein zweites Accessoire umgibt Hornbrillen ein gewisses Nerd-Klischee. Das liegt vielleicht daran, dass sie tatsächlich ziemlich oft von Personen getragen werden, die gerne auf Regeln beharren, von Lehrern und Juristen zum Beispiel. Nicht zuletzt stellt sich so manch einer unter dem berühmt-berüchtigten Begriff "Kassengestell" ein dickrandiges Hornbrillen-Ungetüm vor.

Tim Klein, Gründer von Bachoff, ist sich dieser Ressentiments durchaus bewusst: "Bei vielen Leuten ist die Hornbrille noch immer verpönt." Und auch deshalb hat er es sich zum Ziel gemacht, das Prinzip Hornbrille gründlich zu entstauben.

Jede Brille ein Unikat – dank Büffelhorn

In seiner Manufaktur in Frankfurt am Main stellt der diplomierte Kaufmann einzigartige Hornbrillen her, die mit ihrem zeitlosen Design und markantem Material für stilvollen Durchblick sorgen. Jede handgefertigte Brille aus Kleins Werkstatt ist ein Unikat – dafür sorgt die individuelle Maserung des Büffelhorns, aus dem das Brillengestell gefräst wird. Genutzt wird ausschließlich das Horn von indischen Wasserbüffeln, die nicht unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen und nicht für den Erhalt der Hörner getötet werden. Pro Brille werden bis zu vier Büffelhornplatten benötigt. "Bei Bachoff ist das Material der Star. Büffelhorn ist die Championsleague unter den Brillen", erklärt Klein. Nicht nur aufgrund der besonderen Maserung: Es ist als Keratinprodukt auch für Allergiker geeignet, extrem leicht und fühlt sich angenehm seidig auf der Haut an.

Oben und unten links: Hornbrillen von Bachoff, rechts: Tim Klein in seiner Brillenmanufaktur in Frankfurt am Main. (c) Tim Klein

Mit dem Ziel, "die schönste, ehrlichste und individuellste Brille" überhaupt anzubieten, hat Klein die Brillenmanufaktur Bachoff 2015 gegründet. "Die allermeisten Modelle, die man beim Optiker sieht, sind serienmäßig gefertigt und unterscheiden sich kein bisschen voreinander. Wenn ich dagegen aus den Büffelhornplatten eine Brille fräse, sehe ich immer erst ganz zum Schluss die genaue Maserung, die genaue Farbe. Das ist dann auch für mich eine kleine Überraschung." Für Klein war von Beginn an klar: Verarbeitet wird nur Büffelhorn. Kein Plastik, kein Holz, kein Acetat. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat er lange nach einem Produzenten gesucht, der ihm Büffelhornplatten in der hohen Qualität zur Verfügung stellt, die er für seine Brillen benötigt, bevor er vor anderthalb Jahren endlich fündig geworden ist.

Brillen von Bachoff: Sechs bis acht Stunden Handarbeit

Sechs bis acht Stunden Arbeit fließen in die Fertigung einer einzigen Brille. Dabei ist die Brillenmanufaktur für Klein eigentlich "nur" ein Nebenprojekt. Hauptberuflich hat er sich schon vor Jahren mit dem Verkauf von handgefertigten Kaschmirtüchern aus Nepal selbstständig gemacht. "Aber irgendwann kam dann der Wunsch, nochmal etwas anderes zu machen. Etwas Handwerkliches. Etwas, was ich in Eigenregie und ohne Abhängigkeit von anderen tun kann." Die Marke Bachoff wurde geboren und mit ihr eine klare Verkaufsphilosophie: "Bachoff-Brillen gibt es nur im Direktverkauf. So kann ich vermeiden, dass Zwischenhändler den Preis in die Höhe treiben."

Klein widmet sich der Herstellung seiner Bachoff-Brillen mit purer Leidenschaft. "Ich habe dann einen guten Tag gehabt, wenn ich morgens früh in die Werkstatt darf, an meinen Brillen arbeite und abends vielleicht eine davon fertig ist. Dann bin ich wirklich glücklich und gehe mit einem Grinsen ins Bett."

www.bachoff.com


Autorin: Juliane Becker

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